Hildesheim 22.-23. Juni 2017

„Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2025“
Ein Forum des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.

Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim

 

Mit dem Forum „Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2025“ am 22. und 23. Juni 2017 fand auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim der erfolgreiche Auftakt für eine Reihe von Konferenzen im Rahmen des Bewerbungsprozesses um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ statt, die zukünftig in weiteren Städten wie Dresden, Chemnitz, Magdeburg und Kassel fortgesetzt wird.

Das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim lud in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. auf die Domäne Marienburg zu einem ersten Kennenlernen und Austausch der deutschen Städte ein, die sich um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ bewerben wollen oder über eine Bewerbung nachdenken.

Etwa 100 Expert_innen und Kulturschaffende aus der Bundesrepublik Deutschland und dem europäischen Ausland folgten dieser Einladung und nutzten die Plattform für den gemeinsamen fachlichen Dialog über kulturelle Stadtentwicklungsprozesse, für anregende Diskussionen über den anspruchsvollen Bewerbungsprozess und für die nationale und internationale Vernetzung.

In einem „Who is who in Competition?“ stellten sich zu Beginn der Veranstaltung die Vertreter_innen der möglichen Bewerberstädte – darunter Chemnitz, Dresden, Hannover, Hildesheim, Kassel, Koblenz, Magdeburg, Mannheim und Nürnberg – mit kreativ gestalteten Plakaten und ersten Konzeptgedanken vor.

In drei parallelen Arbeitsgruppen wurden anschließend virulente Fragestellungen zu ausschlaggebenden Bewerbungskriterien wie Nachhaltigkeit, Partizipation und Europäische Modellhaftigkeit erörtert:

Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss und Kristina Jacobsen setzten sich  gemeinsam mit den Teilnehmenden in der Arbeitsgruppe zum Thema „Nachhaltigkeit“ mit den Fragen auseinander: Wie wird die in den EU-Vorgaben geforderte mindestens zehn Jahre umfassende kulturpolitische Entwicklungsstrategie umgesetzt und welche Strukturen sollen dafür eingerichtet, überarbeitet und verbessert werden? Wie geht es weiter, wenn der Titel nicht erreicht wird?

Den Aspekt „Partizipation“ setzte Prof. Dr. Birgit Mandel mit ihrer Arbeitsgruppe in den Kontext der Thematik „Kulturhauptstadt Europas“, wobei Fragen zur Diskussion standen wie: Inwiefern wird die lokale Bevölkerung in den Bewerbungsprozess und in das geplante Programm eingebunden? Welche Unterstützer-Netzwerke sollen entwickelt werden? Wie wird mit Kritikern des Projektes umgegangen?

Gemeinsam mit der österreichischen Kulturhauptstadt-Expertin Dr. Elisabeth Leitner stand das Kriterium „Europäische Dimension“ im Fokus der dritten Arbeitsgruppe, die sich unter Moderation von Dr. Daniel Gad mit jenen Fragestellungen intensiv beschäftigte: Was kann die Bewerberstadt von Europa und was kann Europa von der Bewerberstadt lernen? Welches Verständnis der geforderten „Europäischen Dimension“ liegt den Bewerbungen zugrunde? Welche kulturellen und kulturpolitischen Kooperationen sind auf europäischer Ebene möglich?

Weiterführende Hinweise und gedankliche Impulse für einen erfolgreichen Bewerbungsprozess, sowie für die Erarbeitung und individuelle Umsetzung der Konzepte gaben am zweiten Tag der Veranstaltung Vertreter_innen der Kulturhauptstädte: Aarhus (2017), Breslau (2016), Marseille (2013) und RUHR (2010).

Der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, Prof. Dr. Oliver Scheytt, der als Moderator die erfolgreiche Bewerbung „Essen für das Ruhrgebiet. Kulturhauptstadt Europas 2010“ steuerte und die Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH inne hatte, teilte seine Erkenntnisse mit dem Publikum in seinem Vortrag „Was zeichnet eine erfolgreiche Kulturhauptstadtbewerbung aus?“.

Auf dem Podium sprachen abschließend die Expert_innen Dr. Katarzyna Mlynczak-Sachs (Wroclaw 2016), Pia Leydolt-Fuchs (CaP.CULT), Lone Leth Larsen (Aarhus 2017), Prof. Dr. Olaf Schwencke (Freie Universität Berlin) mit Moderator Prof. Dr. Oliver Scheytt über ihre Erfahrungen aus der Kulturhauptstadt-Praxis. Dabei verdeutlichten sie die gemeinsamen, aber auch individuellen Herausforderungen, die mit einer Bewerbung um den begehrten Titel verbunden sind und welches Potential bereits der Beschluss zur  Bewerbung als „Kulturhauptstadt Europas“ für die Entwicklung der einzelnen Städte und Regionen mit sich bringt.

 

Fotos © Anne-Sophie Malessa